Prof. Dr. Christoph Moss
Vielen Dank für Ihre E-Mail
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© 2012 Prof. Dr. Christoph Moss

Das Buch

Moss, Christoph (2010): Vielen Dank für Ihre E-Mail - Kurioses, Wissenswertes und Hilfreiches rund um das Kommunikationsmittel Nummer 1, Verlag Frankfurter Allgemeine Buch

Kerstin Schneider schreibt dazu im Handelsblatt: „In seiner handlichen Gebrauchsanweisung macht der Kommunikationswissenschaftler und Journalist deutlich, was E-Mails als Teil der Unternehmenskommunikation leisten können und wo es besser ist, einfach zu telefonieren (...) Sein Buch ist ein Knigge für die Fans der schnellen Nachrichten."

„Seine wichtigste Botschaft: Sende Nachrichten mit klaren und deutlichen Inhalten." - Guten Abend RTL

„...ein witziges und interessantes Buch." - Susanne Tenzler-Heusler im Buchmesse-Blog

„Christoph Moss (...) geht unter anderem auch der Frage nach (...), warum (...) kommunikative Missverständnisse entstehen. Insofern, meine Empfehlung." - Thomas Köhler im Deutschlandradio

Warum wir E-Mails lieben...

Es ist atemberaubend, wie explosionsartig sich das Kommunikationsmittel E-Mail in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Aus einer kleinen technischen Entwicklung ist ein weltumspannendes Medium geworden. Schätzungen gehen davon aus, dass mittlerweile jeden Tag 250 Milliarden E-Mails verschickt werden. Dafür muss es eine Reihe sehr guter Gründe geben:

Sie sind schnell:
E-Mails können innerhalb weniger Sekunden geschrieben, übermittelt und gelesen werden. Dabei spielt es praktisch keine Rolle, wie weit Sender und Empfänger voneinander entfernt sind.

Sie sind praktisch:
Es ist leicht, mit E-Mails umzugehen. Niemand muss sie ausdrucken, in einen Umschlag stecken und eine Adresse darauf schreiben. Wir benötigen keine Briefmarke und müssen auch kein Postamt aufsuchen, um den hoheitlichen Akt des Briefversands zu vollziehen. Der Empfänger kommt ohne Postkasten aus – und ohne lebensgefährlichen Brieföffner.

Sie sind einfach:
Der Sender kann elektronische Nachrichten auf seinem Rechner schreiben, der Empfänger kann sie auf seinem eigenen Computer lesen. Und wenn er will, kann er sie direkt weiterverarbeiten.

Sie sind billig:
Eine E-Mail zu versenden kostet im Normalfall viel weniger als ein herkömmlicher Brief. Wir zahlen kein Papier und kein Porto. Das Einzige, was wir benötigen, ist die technische Grundausstattung mit Internetzugang und Rechner.

Sie machen uns das Schreiben leicht:
Wir können E-Mails behandeln wie jeden anderen Text, der am Rechner erstellt wird. Wir können kürzen, kopieren, Textteile hin- und herschieben, einfügen und wieder löschen. Wir können Schriften verändern, Farben angleichen und Bilder integrieren.

Sie sind variabel:
E-Mails können schnell viele Menschen gleichzeitig mit derselben Information versorgen. Das erspart uns lange Einzelgespräche, aufwendige Briefe, endlose Faxe und damit ganz viel Zeit. (...)

... und warum wir sie manchmal hassen

Elektronische Kommunikation hat unser Leben verändert. Sie diktiert unseren Alltag und lenkt uns von anderen Dingen ab. Warum würden wir manchmal so gern darauf verzichten? Es gibt viele Argumente gegen den Gebrauch von E-Mails:

Sie üben Druck aus:
E-Mails versetzen uns in psychischen Stress. Ist die neue Nachricht eines Vorgesetzten schon eine Arbeitsanweisung oder nur eine Information? Sollen wir darauf reagieren, oder sollen wir sie nur zur Kenntnis nehmen? Und wie gehen wir mit Menschen um, die uns eine Frist setzen, obwohl sie eigentlich nicht weisungsbefugt sind?

Sie lassen uns im Unklaren:
Wir erfahren nicht immer, ob ein Empfänger eine Nachricht erhalten hat oder nicht. Und es bleibt auch offen, ob und wann er reagieren wird. Manchmal merken wir nicht einmal, wenn eine E-Mail scheinbar im Nichts verschwindet. Dann wundern wir uns, wenn wir keine Antwort erhalten.

Sie verändern die Sprache:
Wir geben uns nicht immer genügend Mühe, wenn wir anderen Menschen etwas auf elektronischem Weg mitteilen wollen. Statt strukturierte Sätze zu verfassen, kürzen wir ab. Wir schreiben hastig, machen Fehler und benutzen bunte Bilder dort, wo vielleicht Worte besser gewesen wären.

Sie lenken uns ab:
Wir müssen eigentlich jede E-Mail lesen, wenn wir alles mitbekommen wollen. Dies lenkt uns aber von anderen sinnvollen Dingen ab und raubt uns wertvolle Zeit. 

Sie verbrauchen Strom:
Die Elektro-Post ist ein Energiefresser. Rechner müssen mit hohem Aufwand produziert werden. Leitungen und Netze benötigen viel Strom. Entsprechend negativ sind die Folgen für Umwelt und Klimaschutz.

Sie verursachen Müll:
Die Masse an E-Mails verstopft unsere Rechner – und unsere geistige Aufnahmekapazität. Ein großer Teil dieser Nachrichten ist überflüssig. Aber wie können wir schnell unterscheiden, welche Informationen wichtig sind und welche nicht? Und ist unter den schnell aussortierten Müll-Nachrichten nicht vielleicht doch eine Botschaft, die sehr wichtig für uns gewesen wäre?

Sie öffnen die Tür für ungebetene Gäste:
Verbrecher können problemlos in unsere Privatsphäre eindringen. Sie können uns alles nehmen: Informationen, Geld und alle Geheimnisse, die wir elektronisch bewahren. Die Tricks werden immer perfider, die Folgen zunehmend dramatischer. Der Markt für Internetbetrügereien ist gigantisch. Ein Ende ist nicht abzusehen. (...)

 

Auszug aus: Moss, Christoph (2010): Vielen Dank für Ihre E-Mail: Kurioses, Wissenswertes und Hilfreiches rund um das Kommunikationsmittel Nummer 1, Frankfurter Allgemeine Buch