Prof. Dr. Christoph Moss
2010
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© 2012 Prof. Dr. Christoph Moss

Vorträge 2010

Moderne PR-Konzepte für Industrie- und Handelskammern, Vortrag vor den IHK-Pressereferenten in NRW am 17.12.2010 in Dortmund

Vielen Dank für Ihre E-Mail – Kurioses und Wissenswertes aus der Welt der Kommunikation, Vortrag bei den Stadtwerken Wernigerode am 25.11.2010

Überraschen Sie Ihre Kunden mit Deutsch – Stilblüten aus der Wirtschaftssprache, Vortrag beim „Talk im Turm“ der Städtischen Werke Magdeburg am 11.11.2010

Deutsch für Manager - Stilblüten aus der Wirtschaftssprache, Vortrag bei den Arbeitgeberverbänden Emscher-Lippe am 13.09.2010 in Gelsenkirchen

Verkäuferforum 2010 - Impulse für erfolgreichen Vertrieb im Sparkassen-Vermögensmanagement, Fachtagung bei der Sparkassenakademie Baden-Württemberg am 24.06.2010 in Neuhausen

Überraschen Sie Ihre Kunden mal wieder mit Deutsch, Vortrag beim CRM-Kompetenztag der CAS Software AG am 17.06.2010 in Karlsruhe

Deutsch für Manager, Vortrag beim 11. Stadtwerke Forum der E.ON Thüringer Energie AG am 16.06.2010 in Kühndorf

Überraschen Sie Ihre Kunden doch mal mit Deutsch, Vortrag bei der Jahrestagung des gdbm Region Nord am 4.06.2010 in Bremerhaven

Deutsch für Manager, Vortrag im Haus der Unternehmer am 31.05.2010 in Duisburg

Deutsch für Manager - Stilblüten aus der Wirtschaftssprache, Vortrag bei der Unternehmerschaft der Metall- und Elektroindustrie zu Mönchengladbach am 6.05.2010

Überraschen Sie Ihre Kunden mal wieder mit Deutsch, Vortrag beim 33. Deutschen Vertriebs- und Verkaufsleiter Kongress (DVVK) am 16.04.2010 in München

Deutsch für Manager - Stilblüten aus der Wirtschaftssprache, Vortrag beim Fachverband FDI am 13.04.2010 in Mainz

Ohne Kommunikation geht nichts, Frühjahrsvortrag beim Unternehmensverband für Dortmund und Umgebung am 25.03.2010

Sag‘ es einfach: Verständliche Sprache im Marketing, Vortrag beim Marketing-Club Dortmund am 25.01.2010 in Dortmund

 

„Bitte entschuldigen Sie diese lange E-Mail. Ich hatte keine Zeit für eine kürzere.“

Liebe und Hass, Verlangen und Abscheu: E-Mails sind wie Süßigkeiten. Wir wissen, dass sie süchtig machen. Aber wir können und wollen nicht auf sie verzichten. Kaum ein Satz wird in der elektronischen Kommunikation häufiger verwendet als die Aussage: „Vielen Dank für Ihre E-Mail“.

Das Internet ist das große Schauspiel des 21. Jahrhunderts. Im digitalen Theater spielen sich Dramen von nie dagewesener Intensität ab. Der Genuss der ständigen Erreichbarkeit geht einher mit dem Rausch des immer Neuen. Nur wer ständig online ist, darf am digitalen Spektakel teilhaben. Die Suche nach dem digitalen Kick hat Suchtpotential. Mediziner sprechen schon von der Nomophobie: Die Angst, nicht erreichbar zu sein, kann krank machen. Selbst wer glaubt, kontrolliert mit der Droge E-Mail umgehen zu können, erleidet gelegentlich Rückschläge.

Wie viele Tage E-Mail-Abstinenz verkraftet ein berufstätiger Mensch? Wer es wagt, sein Postfach 72 Stunden lang unberührt zu lassen, spielt Karriere-Roulette. Was ist, wenn eine dringende Kundenanfrage unbeantwortet bleibt? Wie sehr verärgern wir Vorgesetzte, Kollegen oder Geschäftspartner, wenn wir über mehrere Tage hinweg nicht reagieren? 

Soziale Netzwerke, Mobiltelefone, Video-Konferenzen und E-Mail-Kommunikation stehen allesamt für das Phänomen der ständigen Erreichbarkeit. Jeder Mensch schlüpft dabei wahlweise in die Rolle von Sender oder Empfänger. Dieses Wechselspiel ist vergleichbar dem Verhalten im Straßenverkehr. Mal sind wir Fußgänger, mal Autofahrer. Und dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Der Mensch lernt früh, wie eine Ampel funktioniert oder welchen Sinn ein Zebrastreifen hat. Und nur wer einen Führerschein besitzt, darf Auto fahren.

In der Online-Kommunikation ist dies anders. Auf der digitalen Autobahn gelten praktisch keine Verkehrsregeln. Jeder Sender darf jedem Empfänger jeden Inhalt zu jeder Zeit schicken. Im Netz können alle nach ihrer Fasson glücklich werden – egal ob ihre Inhalte freundlich oder frech, wichtig oder unwichtig, lang oder kurz sind. Dies birgt Risiken und Chancen. E-Mail-Kommunikation hat unser Leben bereichert. Wir können zeitversetzt und schnell vielen Menschen sehr detaillierte Informationen übermitteln. Aber diese Art des Austauschs gaukelt uns manchmal eine Pseudo-Realität vor. Wie können wir Emotionen per Mail übermitteln? Wie lassen sich Lob, Freude, Ärger oder Ungeduld ausdrücken? Und welche Länge sollte eine elektronische Nachricht idealerweise haben?

„Bitte entschuldigen Sie diese lange E-Mail. Ich hatte keine Zeit für eine kürzere.“ Die Kunst in der E-Mail-Kommunikation besteht darin, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden – und komplizierte Themen einfach und klar zu übermitteln. Auch hier ist es ähnlich wie im Straßenverkehr. Es reicht nicht, wenn wir alle den Internet-Führerschein machen. Die Frage, wie wir das Kommunikationsmittel E-Mail klug einsetzen, hat viel mit effizientem Energieverbrauch und geistiger Ressourcennutzung zu tun. Manchmal klappt es gut, manchmal überhaupt nicht. (...)

 

Auszug aus: Moss, Christoph (2010): Vielen Dank für Ihre E-Mail: Kurioses, Wissenswertes und Hilfreiches rund um das Kommunikationsmittel Nummer 1, Frankfurter Allgemeine Buch